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Unsere Veranstaltungen und Vorankündigungen

Lesung_Sexismus_25_11_2016Lesung zu Geschlechtergerechtigkeit und gegen Gewalt

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2016 hatten das Ophelia Beratungszentrum Langenhagen und die Gleichstellungsstelle der Stadt Langenhagen zu einer Lesung in den Ratssaal eingeladen. Zu Beginn der Lesung wurde mit der Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“ ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt. „Dieser Gedenktag müsste in jedem Kalender stehen“, so Corona Bröker vom Ophelia Beratungszentrum, denn Gewalt gegen Frauen sei alltäglich. „Jede dritte Frau in Deutschland erlebt körperliche oder sexualisierte Gewalt. Die meisten dieser Übergriffe passieren noch dazu im direkten sozialen Umfeld der Betroffenen, wo sie sich eigentlich sicher fühlen müssten.“ Sexuelle Belästigungen erfahren zwei Drittel aller Frauen und fast jede zweite Frau leidet unter psychischer Gewalt in Form massiver verbaler Einschüchterungen und Drohungen. Gewalt gegen Frauen gehe quer durch die Gesellschaft und durch alle Schichten. „Nur wird darüber zu selten gesprochen, die Scham ist groß. Dadurch verstärkt sich der Leidensdruck der Betroffenen. Viele geben sich eine Mitschuld an den Vorfällen. Sexismus und Mythen spielen dabei eine Rolle, deswegen möchten wir darüber aufklären“, so Bröker in der Begründung für die Themenwahl des Leseabends.

Autorin Julia Korbik aus Berlin zeigte in der Lesung aus ihrem Buch „Stand Up! Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene“, wie wichtig die Bemühungen des Feminismus auch heute noch sind. „Feminismus ist doch der Glaube, dass alle Menschen unabhängig vom Geschlecht die gleichen Rechte haben.“ Sexismus hingegen unterminiert die Geschlechtergerechtigkeit, denn er schreibt Menschen aufgrund ihrer biologischen Geschlechtszugehörigkeit verschiedene soziale Verhaltensweisen zu und dient dadurch als Instrument, Machtverhältnisse herzustellen und zu bewahren. In einem Kapitel zu sexualisierter Gewalt stellte Korbik Mythen vor wie „Die Macht der Kleidung“, „Du willst es doch auch“, „Der fremde mit der Knarre“ und „Das Opfer-Abo“ und vermittelte, dass solche Vorstellungen letztlich nicht nur Frauen, sondern auch Männern schaden.

Im anschließenden Austausch mit dem Publikum zeigte sich, wie weitreichend die Bewertung aufgrund der sozialen Geschlechterrolle das Alltagsleben bestimmt. Die Frage wurde aufgeworfen, ob sich auch die jüngere Generation für Feminismus begeistere oder inwiefern man sich von den eigenen verinnerlichten Vorstellungen lösen könne, um Kinder weniger nach starren Rollenmustern zu erziehen. Man war sich einig, dass die Etablierung einer gendergerechten Sprache wichtig sei, aber vielerorts noch auf Widerstand stoße. Zu offensiv sexistischer Werbung konnten viele Anwesende Beispiele benennen – und mit dem Tipp, sich mit einer Beschwerde an den Deutschen Werberat zu wenden, auch gleich einen praktischen Hinweis, wie man selbst aktiv werden kann.

Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen (WEN-DO)

Am zweiten Septemberwochenende 2016 fand im Ophelia Beratungszentrum ein mit Unterstützung des Kommunalen Präventionsrates realisierter Wen-Do-Kurs für Frauen statt. Unter Leitung der erfahrenen Wen-Do-Trainerin Ira Morgan konnten wirksame und individuelle Strategien der Selbstbehauptung und Grenzziehung erprobt werden. Trotz hoher Spätsommertemperaturen waren sich die Teilnehmerinnen einig: Der Kurs hat einen großen Beitrag zu einem höheren Selbstsicherheitsgefühl geleistet! Das Beratungszentrum versucht, auch in Zukunft Wen-Do-Kurse für Frauen und für Mädchen anzubieten und informiert darüber rechtzeitig in der Lokalpresse.

Vortrag Selbstfürsorge am Internationalen Frauentag 2016 Selbstfürsorge am Internationalen Frauentag 2016

Knapp zwanzig Frauen sind am 8. März 2016 der Einladung des Ophelia Beratungszentrums zum Vortrag „Selbstfürsorge - Eine Aufgabe fürs Leben“ gefolgt.

In gemütlicher Atmosphäre wurde das Thema von Edith Ahmann vom Frauen- und MädchenGesundheitsZentrum Region Hannover e.V. beleuchtet. Ihr lebendiger, mit Alltagsanekdoten gespickter Vortrag vermittelte sowohl wissenschaftliche Grundlagen als auch lebensnahe Strategien zu einem ausbalancierten Leben.

Die Runde brachte sich mit regem Brainstorming und kleinen Übungen aktiv ein, so dass nach kurzweiligen anderthalb Stunden alle Beteiligten persönliche Anregungen fürs sich nach Hause nehmen konnten.

Jubiläum OpheliaJubiläum Ophelia25-jähriges Jubiläum im November 2015

Am 27. November 2015 feierten wir mit geladenen Gästen unser 25-jähriges Bestehen im Daunstärs in Langenhagen.

Neben Grußworten von Petra Mundt (Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover) und Mirko Heuer (Bürgermeister der Stadt Langenhagen) erwartete die Gäste ein musikalisches Rahmenprogramm der Akkordeonistin Penélope „Penny“ Simms sowie ein Fachvortrag von Tanja Rusack (Dipl.-Päd.) zu Sichtweisen von Mädchen und jungen Frauen auf Sexualität, Paarbeziehungen und sexualisierte Gewalt.

Aktion „Bewerte Frauen nicht nach ihrer Kleidung“ am 8. September 2015Aktion „Bewerte Frauen nicht nach ihrer Kleidung“ im September 2015

Zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Langenhagen, Justyna Scharlé, und Schülerinnen der 10. Klassen der Robert-Koch-Schule veranstaltete das Ophelia Beratungszentrum eine Aktion zum Thema „Bewerte Frauen nicht nach ihrer Kleidung“. Nach einer Eröffnung um 9.30 Uhr im Rathausfoyer zeigen sich die Schülerinnen als „lebende Schaufensterpuppen“ rund um Marktplatz, CCL und vor der IGS.

Mit dieser Straßenaktion und Plakaten, die durch eine Arbeit der Miami Ad School-Studentinnen Theresa Wlokka und Frida Regeheim inspiriert wurden, sollen gesellschaftliche Klischees bezüglich Kleidung und Äußerlichkeiten hinterfragt werden. Die Debatte um knappe Frauenkleidung, so Corona Bröker vom Ophelia Beratungszentrum, sei nicht neu: Bei der sogenannten Mini-Rock-Affäre in Marokko in diesem Frühling wurde zwei jungen Frauen mit kurzen Röcken mit Gefängnis gedroht; Diskussionen dazu füllten die sozialen Netzwerke.
Auch in Deutschland sei nach Bröker das Thema präsent: „Wenn ein Hotpantsverbot für Schülerinnen diskutiert wird, dann schreibt man der Kleidung einen sozialen Wert zu. Es ist wichtig, diese Bewertungen hinterfragen zu dürfen und zum Beispiel das Bedürfnis junger Menschen unabhängig vom Geschlecht zu sehen, sich bei Hitze kurze Kleidung anzuziehen und den Kleidungsstil individuell und selbstbestimmt zu wählen.“

In Bezug auf sexuelle Belästigungen oder Übergriffe hält sich zudem hartnäckig der Mythos, Frauen trügen bei freizügiger Kleidung eine Mitschuld. „Die Art der Kleidung ist aber keine Erlaubnis oder Einladung zu sexueller Belästigung“, so Bröker. Und dem Mythos einer Mitschuld an sexuellen Übergriffen bei freizügiger Kleidung hält sie als Vertreterin des Ophelia Beratungszentrums klar entgegen: „Es gibt keinen Kleidungsstil, der eine Vergewaltigung rechtfertigen könnte!“

Insgesamt sieht Ophelia hierin ein gesamtgesellschaftliches Problem: Bewertungen von Frauen und Mädchen anhand ihres Aussehens werden nicht nur vom männlichen Geschlecht vorgenommen, sondern oft blicken auch Mädchen und Frauen kritisch aufeinander und setzen Kleidung und Äußeres als Bewertungsmaßstab an. Das Beratungszentrum freut sich daher, dass auf Initiative und Idee der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Langenhagen hin das Thema diskutiert und einer Hinterfragung von Vorurteilen Raum gegeben wird.

Das Ophelia Beratungszentrum, Ostpassage 9, berät vertraulich und auf Wunsch anonym Frauen und Mädchen ab 13 Jahren, die Erfahrung mit jeder Art von körperlicher, sexualisierter oder psychischer Gewalt gemacht haben und ist unter Telefon 724 05 05 zu erreichen.

Beachten Sie auch Berichte zu vergangenen Veranstaltungen im Pressespiegel.